Um uns näher mit diesem Thema beschäftigen zu können, machen wir uns zunächst mit dem Begriff “Selbstwertgefühl” vertraut:
Das Selbstwertgefühl ist unser Wert, den wir uns unbewusst im Verhältnis zu anderen zumessen. Messen wir uns unbewusst einen niedrigen Wert zu (z. B. mangels beruflicher oder privater Erfolge), so sind wir als seelisch gesunder Mensch gezwungen, diesen Mangel auszugleichen.
Diese sogenannte Kompensation läuft unbewusst in uns ab und dokumentiert sich hauptsächlich in einem hohen Drang, unsere Geltungsbedürfnisse (Macht, Prestige, Anerkennung durch andere, Wertschätzung und Respekt durch andere, Status, Image) zu befriedigen.
Haben wir ein starkes und gesundes Selbstwertgefühl, so sind wir ausgeglichen und müssen unsere Geltungsbedürfnisse gegenüber anderen nicht kompensieren.
Dagegen wird ein Mensch mit gemindertem Selbstwertgefühl immer gezwungen sein, seine Geltungsbedürfnisse – zum Schaden anderer – zu kompensieren. Menschen mit einem Mangel an Selbstwertgefühl, fallen oft durch folgende Verhaltensweisen negativ auf
- erniedrigt andere, um sich selbst zu erhöhen
- ist rechthaberisch
- ist arrogant und überheblich
- macht andere schlecht, um selbst gut dazustehen
- schiebt eigene Fehler anderen in die Schuhe
- stellt sich in den Vordergrund
- kritisiert ständig andere
- und ist unfähig zu loben
Sieht man sich diese Verhaltensweisen an, so ist die Frage eigentlich schon beantwortet, ob man diese bemitleidenswerten Menschen mit einer Führungsverantwortung betrauen darf.
Denn es liegt auf der Hand: Führungskräfte mit gemindertem Selbstwertgefühl werden immer unbewusst bestrebt sein – zum Schaden des Unternehmens und zum Schaden der Mitarbeiter – sich an den ihnen unterstellten Mitarbeitern zu kompensieren.
Sehen wir uns die große Zahl von Konfliktsituationen in den Unternehmungen an, verfolgen sie auf den eigentlichen Ursprung zurück und akzeptieren wir keine vorgeschobenen Begründungen, so wird es
eine böse Überraschung geben.
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